Aushängeschild der Blues-Szene Bonn

Soulful of Blues begeisterte zuletzt bei der 5. R(h)einkultur durch harmonisches Spiel

VON KLAUS MÜLLER

In der Bonner Szene sind sie durch ihre mitreißende Shows hinlänglich bekannt: Soulful of Blues. Doch etwas unterscheidet die Bluesband von vielen anderen Bands aus der Bundeshauptstadt, die Spielfreude. Denn die siebenköpfige Gruppe hat längst eingesehen, dass es für den ganz großen Wurf oder die internationale Karriere nicht reichen wird. dafur gibt es zu viele gute Bluesbands hierzulande und international. Obwohl überdurchschnittlich, wissen die Musiker von „Soulful of Blues“, dass letztendlich nur der Zufall uber den Erfolg entscheidet.

Umso unbeschwerter spielt die Band auf und begeisterte zuletzt beim 5. R(h)einkulturfestival am 18. Juli in der Bonner Rheinaue durch sauberes, souveränes Spiel und Harmonie der einzelnen Musiker. Die knallig bunte Mischung aus Blues- und Soulstücken ist selbst arrangiert, mit einer soliden rhythmischen Grundlage unterlegt und durch den melodischen Gesang von Hans G. Rehse, fetzige Bläsersätze und „heiße“ Gitarrensoli von Norfried Baum gekennzeichnet.

Spielwitz und Abgeklartheit der Band ist vor allem auf die große musikalische Erfahrung von drei der sieben Bandmitgliedern zurückzuführen. Da wäre zum einen Hans G. Rehse, der seit den 60er Jahren aktiv mit der Blues-Musik verbunden ist. Rehse gründete den „Blues Express“, dem er uber mehrere Jahre in verschiedenen Besetzungen seinen Stempel aufdrückte. Eine Langspielplatte (1981) wurde damals ebenfalls eingespielt. Aber auch als Solo-Gitarrist und Sänger sammelte Rehse während mehrerer USA-Reisen bei zahlreichen Sessions in den Blues-Clubs von Chicago und Minneapolis Erfahrungen. Hans G. Rehse ist außerdem Manager der Band (Kontakt: Im Tannenbusch 24, 5300 Bonn 1, Tel.: 0228 / 66 15 76 oder 23 40 61). Norfied Baum – das „Tier“ an der Blues-Gitarre hat's drauf, wenn er auch die Show gelegentlich übertreibt – ist ebenfalls ein „alter Hase“ im Blues-Geschaft und wird angeblich besonders gefährlich, wenn er seine Brille abnimmt. B.B. King, Albert Collins und die 50er Jahre Rock'n'Roll-Gitarristen haben ihn maßgeblich beeinflusst, was er seit vielen Jahren in wechselnden Blues- und Rock'a billy-Bands, unter anderem bei „Southern Comfort“, der „Tauzieher Blues Band“ und den „Jets“ unter Beweis stellte. Der dritte im Bunde ist Sigi Dankwart (Orgel, Piano, Synthesizer). Dankwart war rund zehn Jahre Organist der „Watermelon Blues Band“ und tourte mit dieser Formation in ganz Deutschland herum. Er ist in allen Spielarten von Blues und Soul zu Hause, ob er nun die Orgel schmatzen, das Piano rollen oder den Synthesizer vibrieren lässt. Von seiner Erfahrung profitiert die gesamte Band.

Aber es ist gerade auch den jüngeren Band-Mitgliedern zu verdanken, dass in den Sound von „Soulful of Blues“ auch frischer Wind hineingekommen ist. Da sind zunächst Stewart Lawrence, der von der Klassik zum Blues kam und mit sechs Jahren seine erste Trompete bekam und Mitglied in Symphonieorchestern war. Saxophonist Frank Nolden spielte zunächst in verschiedenen Jazz Combos und Big Bands, ehe er seine Liebe für den Blues entdeckte. Hinzu kommen als rhythmisches Rückgrat der Band Ulli Burkamp (Schlagzeug) und Klaus Plate (Bass) die seit Jahren in Blues-, Funk- und Soulbands spielen und mit ihrem glanzenden Zusammenspiel den „Groove“ von „Soulful of Blues“ bestimmen.

rheinkultur.com